Ich bin in einem sehr privilegierten Viertel, in Bogenhausen, geboren und lebe seitdem dort. Meine Familie war immer sehr offen. Es gab auch viele Mischehen mit Ausländern. Meine Großeltern waren trotz Drittem Reich sehr offen und schon weit vorher im Ausland. Und ich bin völlig offen auch in Bezug auf Religionen erzogen worden. Ich finde das ist einfach eine privilegierte Situation. Die wir nicht alle haben.

Ich habe hauptsächlich in München gelebt, also ich bin Münchnerin und das auch sehr gerne. Ich habe das Glück, dass es hier zur jetzigen Zeit wirklich sehr, sehr viele Möglichkeiten gibt. Meinen Kindern gebe ich diese Offenheit gerne weiter. Die leben Gott sei Dank auch gerne hier. Aber ich war auch sehr viel im Ausland, habe eine Zeit lang woanders gelebt und mich mit anderen Religionen auseinander gesetzt.

Mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen ist mir sehr wichtig. Ich bin so ein Typ, der eher offen ist, andere fragt und selber was erzählt. Ich habe auch einen Beruf in dem das wichtig ist. Ich bin Ergotherapeutin. Da muss ich immer auf Menschen zugehen. Die haben durch Krankheiten schwierige Zeiten erlebt und das muss ich auffangen und versuchen ihnen zu helfen und sie zu unterstützen.

In der Familie, aber auch sehr viel mit Freunden erlebe ich ständig ein Miteinander. In München ist es in den Biergärten sehr einfach sich zu völlig fremden Leuten zu setzen und mit Ihnen zu reden, das hat für mich eine hohe Lebensqualität. In meinem Stadtteil bin ich auch engagiert und mache Führungen.

Also ich glaube es ist ganz wichtig, dass man miteinander redet. Es sind ganz unterschiedliche Menschen hier, aus den unterschiedlichsten Situationen nicht nur vom Ausland oder Innland. Durch die neue Situation und die vielen Ängste leben die Menschen wieder eher mehr getrennt. Es ist nicht überall so. Aber die Tendenz ist da. Ich finde es ganz wichtig, dass man dagegen ankämpft, jeder in seinen Bereichen und überall dort wo er im Einsatz ist.

September 2018 km/lr

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