Für uns ist es sehr wichtig mit anderen Menschen in unserem Viertel in Kontakt zu kommen. Aus diesem Grund haben wir die „Hofgesellschaften“ ins Leben gerufen. Damit streben wir an, Leute aus einem Haus, aus einem Hof, aus einer Straße zusammenzubringen. Wir wollen dass die Leute miteinander spielen, basteln, etwas vorlesen oder Musik machen.

Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. Wir leben ja heute in Zeiten der Digitalisierung und Anonymisierung, die Menschen sind nur noch mit ihren Handys beschäftigt und denken gar nicht mehr an das persönliche Miteinander. Man kennt die Nachbarn nicht mehr.

Bei unserem Projekt für das Viertel kann man die Nachbarn, wie bei den Hofflohmärkten, einfach im Hof kennenlernen und etwas gemeinschaftlich unternehmen. Für uns ist es wichtig zu wissen: wer wohnt nebenan? An wen kann man sich wenden, wenn mal die Butter fehlt oder ein Babysitter gebraucht wird.

Es gibt Unterschiede bezüglich des Miteinanders in den einzelnen Stadtvierteln, aber das liegt auch an den Nachbarn selber, wie aktiv sie sind. Wir wollen mit unserem Projekt „Hofgesellschaften“ unterschiedliche Generationen, unterschiedliche Altersgruppen mit vollem oder weniger vollem Geldbeutel an einen Tisch bringen. Ich bin der Meinung, man sollte sich in jedem Viertel, egal ob in München oder Münchner Umland ein lebenswertes und liebenswertes Umfeld schaffen. Die Initiative muss aber von einem selber kommen, d.h. wenn ich umziehe, muss ich selbst mal bei den Nachbarn klingeln und mich vorstellen. Sonst erhält man keinen Anschluss.

Es gibt auch noch andere Ideen, wie z.B. einen Urban Gardening Topf mit Kräutern im Hof hinstellen, wo sich jeder bedienen kann, oder ein Schwarzes Brett im Hausflur, wo jeder etwas verschenken kann.Wir wollen mit unserer Aktion fördern, dass die Leute zusammen kommen, aber jeder muss selbst damit beginnen.

Schöne Momente des Miteinanders waren für mich die Hofflohmärkte. Man kann dann in die Hinterhöfe reinschauen und das Stadtviertel und die Nachbarschaft entdecken. Für mich war es schön mit fremden Leuten ins Gespräch zu kommen. Die Menschen sind da sehr offen und freuen sich darüber mit einander diskutieren zu können. Ich fand es heute auch hier traumhaft. Man hat gesehen, wie wildfremde Leute hier miteinander Mikado oder Tic-Tac-Toe gespielt haben.

Da merkte man schon, es ist dieses Miteinander, das Reden, sich auch in echt anzulächeln, das sich viele Menschen wieder wünschen. Die Digitalisierung ist schön und gut, aber es muss dennoch immer menschlich bleiben.

In diesem Sinne wünschen wir uns für München, mehr Kreativität, mehr Initiativen, mehr Austausch.

Juni 2018 mb/sk

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