Ich lebe seit elf Jahren in München und zwar in Sendling- Westpark. Ich finde Nachbarschaftsprojekte wie „nebenan.de“ total cool. Das ist so etwas wie Facebook für Nachbarn. Dadurch kann man sich auch in der anonymen Großstadt austauschen und gegenseitig helfen.

Als im letzten Jahr ganz viele Flüchtlinge am Hauptbahnhof in München ankamen, fand ich es „ikonisch“, dass so viele Münchner geholfen haben. Ich hatte das Gefühl, das sind die richtigen Münchner! Wir sind eine reiche Stadt, und die meisten, die hier wohnen, können es sich leisten. Also kann man sich auch engagieren und sich für andere einsetzen. Das machen hier ganz viele. Das ist für mich typisch für München.

In den letzten ein bis zwei Jahren ist die Stimmung etwas polarisierter geworden. Es fehlen ein bisschen die Grautöne. Trotzdem glaube ich fest daran, dass dieses Miteinander am Ende die stärkere Seite sein wird. Man merkt es auch, wenn montags wegen des Pegida-Aufmarsches alles gesperrt ist. Es gehen so viele Menschen dagegen auf die Strasse – das finde ich super!

Ich wünsche mir, dass München weiterhin eine so weltoffene Stadt bleibt und dass noch mehr Menschen sich trauen, gegen die oft schlechten und lauten Meinungsmacher aufzustehen. München ist schon länger eine von der SPD regierte Stadt, da ist es schon etwas anders als im Rest des Freistaates. Obwohl wir den größten Ausländeranteil deutschlandweit haben, funktioniert es gut.

August 2016 mb/sk

Zurück