Ich bin in München geboren, habe danach auf dem Dorf gelebt und bin seit 1998 fest in München. Da ich lange als Fahrerin beim Film gearbeitet habe, kenne ich mich in der Stadt ganz gut aus. Es ist mir wichtig, mit anderen in Kontakt zu kommen.

Da ich vom Dorf komme, bin ich es gewohnt, mit Leuten zu sprechen. In den Stadtvierteln, in denen ich bisher gewohnt habe, ist es auch ein wenig dörflich; das gefällt mir ganz gut. Man trifft immer wieder die gleichen Leute.

Das Miteinander in München erlebe ich täglich auf dem Spielplatz. Dort treffe ich Mütter und andere Leute aus der Nachbarschaft, wie den Bäcker von nebenan oder den Inhaber aus dem anderen kleinen Laden. Das ist nett.

Ich habe das Gefühl, dass dieser Umgang eine spezielle Charaktereigenschaft der Münchner ist; in anderen Städten habe ich das nicht so erlebt. Allerdings ist mir aufgefallen, dass Einwohner aus anderen Städten gegenüber den Münchnern Vorurteile haben. Angeblich sind sie etwas abgehoben und nicht so offen. Ich finde, dass das nicht zutreffend ist. Meine tiefsten Freundschaften habe ich mit Münchnern. Wenn man von außen kommt, ist das Eis etwas härter zu brechen. Doch sind es alles herzliche, gastfreundliche Menschen!

Ich hoffe, dass die Stadt München so weiter macht und die Viertel nicht so elitär werden lässt. Die Gefahr besteht wohl bei einigen Wohnungsbauprojekten. Die Sache mit dem Wohnraum ist in München eine schwierige Sache. Es gibt jedoch gute Ansätze, so in der „Münchner Mischung“, wo man versucht, verschiedene Menschengruppen in einem Projekt zusammen zu führen. Dadurch soll verhindert werden, dass Viertel wie Schwabing oder das Glockenbach zu elitär werden und man dort gerade die Menschen ausgrenzt, die schon immer dort gewohnt haben. Ich wünschte mir, dass die „Münchner Mischung“ bleibt.

Juli 2016 isch/sk

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