Ich bin in München geboren und aufgewachsen, lebe aber seit acht Jahren außerhalb. Gern wäre ich in meiner Stadt geblieben, wenn der Baugrund für einen Normalsterblichen wie mich noch zu bezahlen gewesen wäre. 

Ich bin der Ansicht, dass man in so einer Stadt – ob man jung ist oder alt -nur gemeinsam leben kann. Jeder sollte mal rechts oder links schauen und auf den anderen zum rechten Zeitpunkt zugehen und ein „bisserl“ Rücksicht nehmen.

Wenn junge Leute ein Fest miteinander feiern, muss man sich nicht gleich über die Lautstärke aufregen und die Polizei rufen. Umgekehrt sollte man als junger Mensch auch 'mal auf die Älteren zugehen, zuhören und herausfinden, welche Bedürfnisse und Wünsche sie haben. Leider stelle ich immer wieder fest, dass die Leute zu wenig miteinander reden. 

Als die Flüchtlingswelle einsetzte, haben wir als Handwerkerinnung in der Bayernkaserne ein Projekt für Flüchtlinge gegründet. Dabei stellten wir fest, dass die Flüchtlinge sehr dankbar sind, wenn man ihnen etwas anbietet. Andererseits lerne ich durch den Austausch mit ihnen auch viel Neues. Wünschen würde ich mir, dass jeder seinen Teil zum „Multi-Kulti“ in München beiträgt, auch wenn wir uns in Deutschland noch an die vielen Sprachen und Hautfarben gewöhnen müssen. 

Eines ist mir in letzter Zeit aufgefallen: Menschen sind bereit zu helfen – auch jene, von denen man es nicht erwartet hätte -, wenn man nur richtig miteinander redet.

Juni 2016 isch/pb

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