Was ist "Miteinander in München"?

„Leben und leben lassen“, wer würde das nicht für sich selbst unterschreiben. Aber schafft es diese charmante Mischung aus Toleranz und Gelassenheit tatsächlich in unseren Alltag? Das war die zentrale Frage, als wir uns im Frühling 2015 zusammenfanden, um einem urmünchnerischen Lebensgefühl auf den Zahn zu fühlen. Wie sieht es aus, dieses „Miteinander“, wie empfinden wir es wirklich? Ist es gelebte Kultur, hier bei uns, in München? Das haben wir uns gefragt und Menschen, die wir getroffen haben, auf verschiedenen Plätzen in unserer Stadt.

Als ich hier neu war,  fand ich München sehr schlimm, das ist jetzt 10 Jahre her. Ich habe schon in anderen Städten gewohnt, aber München fand ich die schwierigste Stadt, weil alles so anonym ist.

Von dem Wandel im Neuperlach über die letzten Jahren bin ich sehr positiv überrascht. Es ist viel ruhiger und friedlicher geworden, als es noch vor 10 Jahren war.

Ich bin gebürtiger Münchner und lebe zur Zeit in Obermenzing. Früher habe ich mal  in Großhadern und Schwabing gelebt. In meinem jetzigen Viertel sind die Menschen viel kontaktfreudiger. Als ich in Schwabing lebte, kannte ich keinen einzigen Nachbar. Denn, obwohl es dort so viele Leute gab, zogen es die meisten  vor, anonym zu bleiben.

Ich bin gebürtiger Münchner und lebe in Moosach im Münchner Norden. Dort ist sehr ruhig... Gut, man hat zwar tagsüber das Olympia-Einkaufszentrum, aber ab kurz nach acht ist eigentlich nichts mehr los auf den Straßen. Und dann gehe ich meistens Richtung Stadt-Mitte oder Schwabing.

Ich bin auf dem Land aufgewachsen und erst zum Studieren nach München gekommen. Nach dem Studium habe ich auch einige Jahre im Ausland und anderen deutschen Städten gelebt. Seit 15 Jahren wohne ich mit meiner Familie in der Altstadt/Lehel. Es gefällt uns hier sehr gut, auch wenn die Lebenshaltungskosten hoch und die Wohnungen klein sind. Die angebotenen Möglichkeiten sind in der Stadt einfach besser als auf dem Land.

Für uns ist es sehr wichtig mit anderen Menschen in unserem Viertel in Kontakt zu kommen. Aus diesem Grund haben wir die „Hofgesellschaften“ ins Leben gerufen. Damit streben wir an, Leute aus einem Haus, aus einem Hof, aus einer Straße zusammenzubringen. Wir wollen dass die Leute miteinander spielen, basteln, etwas vorlesen oder Musik machen.

Ich lebe seit 16 Jahren in Neuhausen. Davor habe ich in allen möglichen anderen Vierteln gelebt, wie z.B. Haidhausen. Mit anderen Menschen aus meinem Viertel in Kontakt zu kommen ist mir sehr wichtig. Wir machen sehr viel bei uns im Haus mit allen Leuten. Wir haben eine extrem gute Hausgemeinschaft.

Ich bin in einem sehr privilegierten Viertel, in Bogenhausen, geboren und lebe seitdem dort. Meine Familie war immer sehr offen. Es gab auch viele Mischehen mit Ausländern. Meine Großeltern waren trotz Drittem Reich sehr offen und schon weit vorher im Ausland. Und ich bin völlig offen auch in Bezug auf Religionen erzogen worden. Ich finde das ist einfach eine privilegierte Situation. Die wir nicht alle haben.

Ich wohne in Berngau bei Neumarkt in der Oberpfalz. Ich bin bevollmächtigter Kaminkehrermeister für den Kehrbezirk Laim und arbeite seit sechs Jahren in München. 

München ist für mich eine sehr schöne Stadt und ich genieße sie, vor allem wenn ich mit meiner Frau zum Entspannen hierher komm. Gleichzeitig ist München für mich sehr oberflächlich.

Ich komme aus Stuttgart, und lebe seit ungefähr vier Wochen in Bogenhausen. In Stuttgart habe ich vor allem in jüngeren Vierteln gelebt. Ich hab das Gefühl, dass generell die ganze Stadt ein bisschen mehr von Studenten lebte. Hier ist das anders.

Ich bin hier in München geboren, lebe in Hadern, arbeite bei einer Vertriebsagentur und mache Werbung für die Süddeutsche Zeitung.

Das Gefühl Miteinander in München ist bei mir zweigeteilt, schon fast 50/50. Es gibt die Situation, dass jeder gegen jeden ist, es gibt aber auch den Moment, dass man gemeinsam aktiv wird, miteinander gestaltet. 

Ich lebe seit 1980 in München. 10 Jahre habe ich in der Humboldtstraße gewohnt, seit 1990 wohne ich am Röckl Platz und seit 1987 betreibe ich ein Modegeschäft.

Wir wohnen seit 40 Jahren in München. Ich bin mit einer Peruanerin verheiratet und wir haben ein kleines Kind.

Früher habe ich in Großhadern gewohnt. Seit 10 Jahren lebe ich in der Isarvorstadt. Das „Miteinander“ ist unterschiedlich in den einzelnen Stadtvierteln. In Großhadern es ist viel spießiger als in der Isarvorstadt. Das liegt an der Gesellschaft und der Altersstruktur.

München gefällt mir, weil es eine religiöse Stadt und gut für Kinder ist. Außerdem ist es hier im Verhältnis zu anderen Städten sauber, und der Bildungsstand ist sehr hoch.

Wir wohnen beide in Neuperlach, seit 20 bzw. 10 Jahren.

Unsere Altbauwohnung liegt in Neuperlach-Süd, da klappt es auch gut mit den Nachbarn. Wir leben dort gern und sind sehr zufrieden. Es gefällt uns auch deshalb, weil man U-Bahn-Anschluss hat und nicht in Neuperlach eingegrenzt ist.

Seit 25 Jahren lebe in bereits in München, wo es mir sehr gut gefällt. Besonders schön ist es, dass es so viele Ausländer hier gibt und München eine internationale Stadt ist. 

Wir wohnen hier in Neuperlach, die Junge in Bosnien geboren, aber von klein an hier und die Ältere aus Niederbayern, mit 16 Jahren in München gelandet.

Sie sind Freundinnen, wohnen in demselben Haus, auf dem gleichen Stockwerk und haben Kinder bzw. Enkelkinder im gleichen Alter, beide sind Christinnen und beide sind mit Muslimen verheiratet.

Ich wohne in Neuperlach Zentrum und hier auf dem Spielplatz genieße ich es gerade, in Ruhe ein Buch zu lesen. Meine vier Kinder sind versorgt, sie spielen, haben viele Freunde und ich muss keine Angst haben. Jeder kennt jeden und man passt aufeinander auf. Das hier ist ein gelebtes miteinander.

Ich lebe seit elf Jahren in München und zwar in Sendling- Westpark. Ich finde Nachbarschaftsprojekte wie „nebenan.de“ total cool. Das ist so etwas wie Facebook für Nachbarn. Dadurch kann man sich auch in der anonymen Großstadt austauschen und gegenseitig helfen.

Geboren bin ich München, aufgewachsen in der Türkei. Nach dem Hauptschulabschluss vor 23 Jahren bin ich wieder zurückgekommen und lebe hier als selbständiger Obst- und Gemüsehändler im Westend. Der Unterschied der Kulturen ist sehr groß.

Wir leben alle Drei seit 18 Jahren in München. Für uns ist es wichtig, mit anderen in Kontakt zu kommen, jedenfalls mit allen, die gut drauf sind ... 
In München sind das nicht so viele wie in anderen Städten und Ländern.

Ich bin Belgierin, lebe aber seit Juli 2014 in München. Es gefällt mir hier sehr gut. Miteinander in München bedeutet für mich, dass man solidarisch ist, dass man jemanden findet und sich gegenseitig hilft. 

Er: Ich lebe mein ganzes Leben – das sind 25 Jahre – in München, genau wie meine Freundin, wenn man Dachau auch zu München rechnet. Uns gefällt es hier sehr gut. Miteinander in München ist für mich das tolle Lebensgefühl hier, das man zum Beispiel am Flaucher, im Biergarten oder an der Isar spürt.

Ich komme aus Kroatien, habe dort noch ein Haus, 20 m vom Meer entfernt, war aber seit sechs bis sieben Jahren nicht mehr dort. Ich lebe nun hier; meine Staatsbürgerschaft habe ich allerdings behalten.

Bei dem Wort „miteinander“ denke ich an die, die zu mir gehören und an das, was ich suche. Ich suche gute Freunde, und das ist schwer!

Ich bin in der Maxvorstadt in München geboren und bin nach mehreren Aufenthalten in anderen Stadtteilen wieder dorthin gezogen. „Miteinander“ fing für mich in der Evangelischen Kirche mit einem Gruppenleiterkurs an. Seit ich in Rente bin, mache ich bei „Menschen für Menschen“ mit.

Für uns sind ein guter Umgangston und der Respekt vor fremden Kulturen wichtig. Dass man sich einfügt und nicht ausgrenzt, das macht für uns das Lebensgefühl einer Stadt aus. Wir finden, dass man in München oft positive Erfahrungen macht, wenn man unterwegs ist.

Ich bin in München geboren, habe danach auf dem Dorf gelebt und bin seit 1998 fest in München. Da ich lange als Fahrerin beim Film gearbeitet habe, kenne ich mich in der Stadt ganz gut aus. Es ist mir wichtig, mit anderen in Kontakt zu kommen.

Wir leben schon seit 1988 bzw. seit 2002 in München.

Mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, ist Lebensgefühl. Auch mit unbekannten Münchnern werden wir hier am Stand sehr schnell bekannt; nach einem Wochenende kennen wir 100 Leute mehr.

Mein Bruder und ich sind von einem Dorf bei Bad Tölz vor 2 1/2 Jahren nach München gezogen. Schon unsere Eltern haben hier studiert.

Ich lebe in München- Untergiesing, komme aber aus Frankreich. Für ein Zusammenleben in der Gemeinschaft sind für mich Toleranz und Offenheit wichtig. Viele Menschen wollen einfach eine Wohnung, wo sie die Tür zu und den Fernseher anmachen können. Diese Einstellung muss sich ändern. Man sollte bereit sein, zu den Nachbarn zu gehen und sich vorzustellen mit den Worten: „Hallo, ich bin der neue Nachbar!“

Ich bin Münchner und wohne seit zwei Jahren in der Nähe vom Sendlinger Tor. Für mich ist es wichtig, andere Kulturen kennenzulernen. Gerade auch für sich selber, um in zwischenmenschlichen Beziehungen dazulernen zu können.

Ich wohne in Augsburg, komme aber etwa 20 bis 30mal im Jahr nach München. Ich arbeite hier öfter als Handwerker. Außerdem besuche ich jedes Jahr das Tollwood-Festival und das Oktoberfest.

Ich lebe seit zehn Jahren in München – Untermenzing. Ich fühle mich hier wohl, weil München eine große Stadt und multikulturell ist. Obwohl ich etwas „anders“ aussehe, werde ich als normaler Mensch wahr genommen.

In München - Haidhausen klappt die Integration meines Erachtens ganz gut. Ich habe jedenfalls keine negativen Erlebnisse gehabt.

Zwischen Münchnern, d.h. den richtigen Bayern und den Griechen habe ich Parallelen entdeckt. Beiden sind Familie und Religion sehr wichtig. Das gilt insbesondere für die Münchner, die auf dem Land aufgewachsen sind.

Ich komme aus Otterfing. Seit letztem Jahr gehe ich hier auf die Schule und bin auch öfter mit Freunden hier.

Es ist schon „cool“, wenn man neue Leute kennen lernt. Ich fahre viel U- und S-Bahn. Dabei finde es komisch, wenn man alle am Handy oder mit Kopfhörern sieht

Ich lebe seit sieben Jahren in München. In meinem Viertel, Schwabing-West, gibt es breites kulturelles Angebot – auch für Kinder - das überwiegend vom Ackermannbogen e.V. organisiert wird. Vor zwei Wochen hatten wir am Wochenende eine Gemeinschaftsveranstaltung mit Hof-Flohmarkt und anschließendem Live-Konzert.

[Er:] Ich lebe seit fünf Jahren in der Stadt und seit 17 Jahren im Raum München.

[Sie:] Ich lebe seit sechs Jahren hier, zuerst in Schwabing und jetzt in Haidhausen.

Wichtig ist für uns, dass nicht alles anonym ist in der Großstadt. Wir wollen die Leute in unserem Haus kennen und gut mit ihnen auskommen.

Ich lebe seit 18 Jahren in München und bin auch hier geboren.

Ich komme hauptsächlich beim Klettern mit anderen Menschen zusammen

Seit 20 Tagen bin ich in München; ich komme aus Vilnius, Litauen, und habe als Doktorandin beim Max-Planck-Institut ein Stipendium erhalten.Vom Institut aus ist der Hofgarten nicht weit. Beim Spazierengehen habe ich freudig entdeckt, dass der Englische Garten hier beginnt, wo ich wunderbar joggen kann.

Ich bin hier geboren und aufgewachsen und lebe jetzt in Sendling. „Miteinander in München“ heißt für mich, raus zu gehen, auf die Leute zu zugehen und miteinander reden.

Ich bin Erzieherin und da gehört „miteinander“ einfach dazu. Man macht miteinander ganz viel, ohne jemand auszugrenzen. 

14 Jahre ist es her, seit ich in München „zugereist“ bin. Vom ersten Tag, nein - von der ersten Minute an habe ich mich hier wohl gefühlt. Obwohl ich zwischenzeitlich mehrmals im Ausland lebte, ist meine Heimat München. Bis auf Manches funktioniert das Miteinander hier ganz gut.

Wir leben leben hier um die Ecke am Wiener Platz. Und wenn ich über ein Miteinander in München nachdenke, dann kommt mir als erstes die Gemeinschaft in unserem Haus in den Sinn, ein erlebtes Miteinander. Wir haben eine nette und aktive Nachbarschaft, die Menschen sind freundlich und man kann jederzeit fragen, ob man sich etwas ausleihen kann.

Ich komme aus Griechenland und wohne seit Oktober 2015 im Zentrum von München. Es ist für mich sehr wichtig, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Obwohl ich hier noch nicht viele Leute kenne, habe ich schon Freundschaften geschlossen.

Ich komme ursprünglich aus Indien und wohne seit ungefähr fünf Jahren in Unterschleißheim bei München. Die Leute in meiner Gegend sind freundlich und nett. Das ist für mich sehr wichtig.

Ich verstehe unter "Miteinander in München" vor allem, dass es einen Ausgleich zwischen den sozialen Unterschieden geben muss, da hier Menschen mit viel Geld auf Menschen mit wenig Geld treffen, während die Mittelschicht in München immer dünner wird.

Miteinander das bedeutet für mich Respekt, Bereicherung, sich Aushalten z. B. in der Familie, Vielfalt, unterschiedliche Blickwinkel, Teilen von Zeit und Ressourcen, Spaß haben zusammen, Planen und Zukunftsperspektiven gemeinsam entwickeln.

Miteinander bedeutet für mich, dass man die Meinung eines andern akzeptiert, auch wenn man nicht der gleichen Meinung ist.

Mit 19 Jahren kam ich hierher und lebe nun schon 34 Jahre in München mit Unterbrechungen in Freiburg, Augsburg und Hamburg. Hier habe ich Wurzeln geschlagen, hier will bleiben. 

Miteinander in München heißt für mich, aufeinander achten und sich füreinander interessieren.

Wir sind zwei junge Mütter von der Schwanthaler Höh'.
Für uns ist es wichtig, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen wie hier auf dem Spielplatz, wo wir uns mit anderen Eltern austauschen und miteinander lachen können.

Leben und leben lassen bedeutet für mich, den anderen zu akzeptieren in seinem Sein und in seinem Anders Sein. Und das nicht mit Desinteresse, sondern mit empathischer Neugier an seinem Anders-Sein.

Ich lebe seit zwanzig Jahren in München und bin hier sehr zufrieden. Das Miteinander in München erlebe ich täglich in meinem Geschäft, sowohl das Soziale als auch das Geschäftliche, da ich ständig mit Menschen zusammen bin. Ich kann nicht sagen, dass ich insoweit schlechte Erfahrungen gemacht hätte.

Es kommt auf die Situation an, wie wichtig es mir ist, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Zum Beispiel habe ich in München einmal das Piano Projekt „Play me, I'm yours“ organisiert (bei dem Pianos in der Öffentlichkeit aufgestellt und von jedem Passanten bespielt werden können).

Seit 2007 wohne ich in München und fühle mich hier sehr wohl. Bis vor kurzem wohnte ich in Milbertshofen, jetzt bin ich im Hasenbergl. Das „Miteinander“ finde ich gut hier. Ich kenne keinen Rassismus.

Grundsätzlich ist ein „Miteinander“ unter Menschen doch natürlich, miteinander leben, wohnen, arbeiten, Freizeit verbringen und so weiter.

Weil ich mit meinem Baby alleine zu Hause und nicht so viel mit Leuten bin, merke ich gerade, dass ich es total brauche, mit anderen in Kontakt zu kommen und das ich immer wieder gerne rausgehe, einfach nur deswegen. Leute zu sehen, mit ihnen zu reden, das ist mir super wichtig.

Miteinander bedeutet für mich auch ein natürliches Verhältnis zwischen Mensch und Tier.

Ich lebe seit etwa vier Jahren in München. Mein Begleiter ist nicht aus München sondern nur zu Besuch. Er spricht auch kein Deutsch. München ist eine sehr schöne Stadt. Die Leute sind sehr offen. Man hat keine Probleme, Menschen kennen zu lernen.

„Miteinander“ bedeutet, dass man sich gegenseitig hilft, denn miteinander geht’s besser und man kann auch mehr erreichen.

Gegen Grenzen im Kopf, Vorurteile und Klischees beiseiteschieben.

Miteinander könnte ein Synonym für Zusammensein sein, für Gemeinschaft. Ein Miteinander entsteht, wenn zwei Personen zusammenkommen und vielleicht die gleiche Idee haben.

miteinander... da fällt mir ein Spass haben miteinander, helfen und einfach Zeit zusammen verbringen

Miteinander bedeutet für mich, miteinander auskommen, in der Familie, unter Kollegen und in der Nachbarschaft.  

Ich komme aus Berlin und Berlin war schon immer „multikulti“. Wir sind da offener als andere Großstädte. Auch weil wir selbst die Erfahrung gemacht haben, ausgegrenzt zu werden durch die Mauer.

Mir ist es schon wichtig mit Menschen in Kontakt zu kommen. In München trifft man generell viele Leute, die man kennt, und man lernt viele Leute kennen.

Ich bin in München geboren und aufgewachsen, lebe aber seit acht Jahren außerhalb. Gern wäre ich in meiner Stadt geblieben, wenn der Baugrund für einen Normalsterblichen wie mich noch zu bezahlen gewesen wäre. 

Für mich bedeutet Miteinander Leben das Einhalten von Freiräumen und Grenzen, d.h. die anderen nach ihrer eigenen Vorstellung bzw. Prägung leben lassen, unabhängig von Rasse, Geschlecht, Alter, Religion und nach den jeweiligen Bedürfnissen, aber bitte auch meine „Freiräume“ respektieren.

„Miteinander“ bedeutet für mich gemeinsam und Gemeinschaft und natürlich auch Solidarität!

 Miteinander bedeutet für mich, dass man sich gegenseitig hilft, dass man bestimmte Situationen miteinander erlebt.

Ich komme aus Weißrussland. Ich arbeite als Altenpflegerin und durch das viele Reden mit meinen Kollegen und Patienten habe ich Deutsch gelernt. Und durch ihre Erzählungen habe ich auch München besser kennengelernt.

Miteinander bedeutet für mich, gemeinsam mit Anderen leben. Nicht als Solist durch die Welt gehen, sondern wahrnehmen was um einen passiert und auch daran teilnehmen. Was gibt es Schöneres als miteinander etwas erleben, miteinander reden, miteinander lachen und Spaß haben oder auch miteinander trauern. Alleine ist man einsam!

Zu „Miteinander“ fallen mir aktuell die geflüchteten Menschen ein, die gar nicht einfach zu integrieren sein werden. Aber ich finde das sehr positiv was da passiert. 

Miteinander in München heißt für mich, dass alle lernen miteinander tolerant, umsichtig und hilfsbereit umzugehen, so wie das jetzt mit den Flüchtlingen gerade am Bahnhof geschieht.

Wir haben gerade über das Thema Flüchtlinge gesprochen und auch wie schwierig es ist, sich über die Situation eine Meinung zu bilden. Die Politiker sind sich ja auch nicht einig! Klar sollten wir helfen und erstmal alle aufnehmen, aber dann - wir müssen sie unterbringen und das Thema miteinander angreifen.

Miteinander in München bedeutet für mich, wenn das „Prinzip Biergarten“ auch im Alltag funktioniert: 

Wir schlendern heute gemeinsam über das Streetlife Festival, Freunde haben uns das empfohlen als quasi  "Familienausflug", man sieht viel und bekommt jede Menge Informationen und kann zu Fuß auf der größten Straße Münchens laufen ohne Autoverkehr.

Freiheit bedeutet für mich meine eigenen Entscheidungen treffen zu können.

Ich lebe seit 31 Jahren in München, also seit meiner Geburt. Meine Wohnung liegt im Olympiadorf.

„Miteinander in München“ bedeutet für mich, alle Mitbürger wert zu schätzen, aufeinander zu achten und gemeinsam Dinge zu tun, statt neben einander her zu leben.